Institut fĂĽr Arbeits-, Umwelt- & Flugmedizin

Tauglichkeitsforderungen

Herz / Kreislaufsystem:

Blutdruck: Klasse 1 + 2: untauglich, wenn behandelt oder unbehandelt dauernd ĂĽber 160/95
Koronare Herzerkrankung: Klasse 1 + 2: Angina pectoris: untauglich
Nach Herzinfarkt: untauglich, unter gewissen Voraussetzungen kann durch die Behörde Tauglichkeit festgestellt werden
Bypass-OP oder PTCA: untauglich, unter gewissen Voraussetzungen kann frühestens nach 9 Monaten durch die Behörde Tauglichkeit festgestellt werden
Rhythmus- und Überleitungsstörungen: Klasse 1 + 2: signifikante anfallsweise oder permanente Vorhof-Rhythmusstörungen,Prä-Excitation, Herzschrittmacher: untauglich, ev. Freigabe nach fachkardiologischer Beurteilung
Angeborene Herzfehler vor und nach OP, Herzklappenoperationen: Klasse 1 + 2: untauglich, ev. Freigabe durch die Behörde bei nur geringen Veränderungen bzw. in günstigen Fällen nach fachkardiologischer Beurteilung

 

Lunge und Atmung:

Klasse 1 + 2: untauglich bei chron. obstruktiven Lungenerkrankungen, Sarkoidose, eventuell tauglich bei behandeltem Asthma bronchiale, nach Spontanpneumothorax, 3 Monate nach Thorax-OP nach Beurteilung durch Behörde.

 

Magen-Darm-Trakt:

Klasse 1 + 2: bei oder nach Magenerkrankungen, Gallensteinen, Pankreatitis, Darmerkrankungen, Brüchen, operativen Eingriffen muß die Tauglichkeit individuell festgestellt werden. Jedenfalls darf keine Störung vorliegen, die die sichere Ausübung der mit der Lizenz verbundenen Rechte gefährden könnte.

 

Stoffwechsel, Ernährung, innere Sekretion:

Klasse 1 + 2: untauglich bei medikamentös behandeltem Diabetes mellitus, extremer Fettsucht. Jedenfalls darf keine Störung vorliegen, die die sichere Ausübung der mit der Lizenz verbundenen Rechte gefährden könnte.

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Blut und Blutbildung:

Sichelzellanämie, signifikante Lymphknotenvergrößerungen, Leukämie, deutliche Milzvergrößerung, signifikante Polyzythämie, Blutgerinnungsstörungen: Klasse 1 + 2: Untauglichkeit, unter gewissen Voraussetzungen eventuell tauglich. Jedenfalls darf keine Störung vorliegen, die die sichere Ausübung der mit der Lizenz verbundenen Rechte gefährden könnte.

 

Niere und Harntrakt:

organische Nierenerkrankungen, Steinbildung, Erkrankungs- oder OP-Folgen, die Handlungsunfähigkeit bewirken könnten, 3 Monate nach chir. Eingriffen: Klasse 1 + 2: Untauglichkeit, unter gewissen Voraussetzungen eventuell tauglich. Jedenfalls darf keine Störung vorliegen, die die sichere Ausübung der mit der Lizenz verbundenen Rechte gefährden könnte.

 

Geschlechts- und andere Infektionserkrankungen:

Klasse 1 + 2: Es dürfen weder in der Krankheitsgeschichte noch aktuell Erkrankungen vorliegen, die die sichere Ausübung der mit der Lizenz verbundenen Rechte gefährden könnten. Insbesonders ist auf Vorgeschichte oder Verdachtsdiagnose folgender Erkrankungen zu achten: positiver HIV-Test, Beeinträchtigung des Immunsystems, infektiöse Hepatitis, Syphilis.

 

Gynäkologie und Geburtshilfe:

schwere therapieresistente Menstruationsstörungen, 3 Monate nach größeren gynäkologischen Operationen: Klasse 1 + 2: Untauglichkeit.

Schwangerschaft: Klasse 1 + 2: Untauglichkeit; bei Bestätigung eines normalem Verlaufes Tauglichkeit bis zum Ende der 26. Woche.

Bewegungsapparat:

Klasse 1 + 2: Untauglichkeit besteht bei nicht genügender Sitzhöhe, ausreichender Länge von Armen und Beinen, erforderlicher Muskelkraft, signifikanten Erkrankungs- oder Verletzungsfolgen sowie angeborenenen Veränderungen an Knochen, Gelenken, Muskeln oder Sehnen, die die sichere Ausübung der mit der Lizenz verbundenen Rechte gefährden könnten.

 

Psychiatrische Erkrankungen:

Klasse 1 + 2: Untauglichkeit besteht bei in der Vorgeschichte oder aktuell bestehenden akuten oder chronischen Erkrankungen, Behinderungen oder Normabweichungen, welche die sichere Ausübung der mit der Lizenz verbundenen Rechte gefährden könnten, insbesondere ist auf folgende Diagnosen besonders zu achten: Psychotische Symptome, affektive Störungen, schwere Persönlichkeitsstörungen, die zu offensichtlichen Rechtsverletzungen geführt haben, sonstige psychische Störungen und Neurosen, Selbstmordversuch, Alkoholismus, Einnahme oder Missbrauch von Medikamenten oder anderen Substanzen mit oder ohne Abhängigkeit.

 

Neurologische Erkrankungen:

Klasse 1 + 2: Untauglichkeit besteht bei in der Vorgeschichte oder aktuell bestehenden neurologischen Besonderheiten, welche die sichere Ausübung der mit der Lizenz verbundenen Rechte gefährden könnten, insbesondere ist auf folgende Diagnosen besonders zu achten: progressive Erkrankungen des Nervensystems, Epilepsie und andere anfallsartige Störungen, Erkrankungen mit hoher Neigung zu Hirnfunktionsstörungen, Störungen oder Verlust des Bewusstseins, Schädel/Hirntrauma.

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Sehorgan:

Sehvermögen: (Auszug)

Klasse 1: unkorrigiert oder korrigiert jedes Auge für sich Visus mindestens 0,7, bei beidäugigem Sehen 1,0; bei der Erstuntersuchung nicht mehr als +/- 3 Dioptrien, bei Verlängerungsuntersuchung, wenn stabil, +3/-5 Dioptrien; Astigmatismus nicht mehr als 2 Dioptrien, Unterschied zwischen beiden Augen nicht mehr als 2 Dioptrien.

Klasse 2: unkorrigiert oder korrigiert jedes Auge für sich Visus mindestens 0,5, bei beidäugigem Sehen 1,0; wenn bei der Erstuntersuchung mehrals +/- 5 Dioptrien ist eine umfassende augenfachärztliche Untersuchung notwendig; Astigmatismus nicht mehr als 3 Dioptrien, Unterschied zwischen beiden Augen nicht mehr als 3 Dioptrien.

Klasse 1 + 2: Alterssichtigkeit und evtl. sonstige Störungen des Sehvermögens müssen durch eine einzige entsprechende Brille korrigiert sein, weiters dürfen nicht vorliegen: signifikante Beeinträchtigungen des Binokularsehens, Doppelbilder, nicht ausreichende Konvergenz, beeinträchtigtes Gesichtsfeld.

Farbensehen:

Klasse 1 + 2: Untauglichkeit besteht bei nicht normalem  Farbtafeltest oder Anomaloskopuntersuchung oder bei nicht farbsicherem Sehen gemäß Untersuchungen mit zusätzlichen Methoden (Anomaloskop oder Laternen).

Klasse 2: nicht farbsichere Bewerber können für Flüge innerhalb der JAA-Mitgliedstaaten, nach Sichtflugregeln und bei Tag als tauglich eingestuft werden.

Hals, Nase, Ohren:

Klasse 1 + 2: Untauglichkeit besteht bei aktiven, akuten oder chronischen Affektionen im Innen- oder Mittelohr, nicht verheilten Perforationen oder Fehlfunktion des Trommelfelles, vestibulären (Gleichgewichts), Funktionsstörungen, signifikanten Behinderungen der Nasenatmung auf jeder Seite oder Funktionsstörungen der Nasennebenhöhlen, deutlichen Missbildungen, signifikante akute oder chron. Infektionen der Mundhöhle oder oberen Luftwege, deutliche Stimm oder Sprachstörungen.

 

Hörvermögen:

Klasse 1 + 2: Umgangssprache muss vom Bewerber mit jedem Ohr einzeln und mit dem Rücken zum Untersucher aus 2 m einwandfrei verstanden werden schwerhörige Bewerber können als tauglich eingestuft werden, wenn die Sprachaudiometrie ein zufriedenstellendes Hörvermögen ergibt.

 

Psychologische Begutachtung:

Klasse 1 + 2: Bewerber dürfen keine psychologischen Mängel, welche die sichere Ausübung der mit der Lizenz verbundenen Rechte gefährden könnten, bei entsprechender Indikation ist eine psychologische Begutachtung bei einem von der Behörde anerkanntem Fachmann einzuleiten.

 

Hautkrankheiten:

Klasse 1 + 2: Bewerber dürfen keine Hautkrankheiten aufweisen, welche die sichere Ausübung der mit der Lizenz verbundenen Rechte gefährden könnten, insbesondere ist auf folgende Diagnosen besonders zu achten: Ekzem, schwere Psoriasis, bakterielle Infektionen, Arzneimittelexantheme, bullöse Dermatosen, bösartige Erkrankungen der Haut, Urticaria.

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