Institut f√ľr Arbeits-, Umwelt- & Flugmedizin

Gefahrstoffmanagement

Was muss man beim Umgang mit Gefahrstoffen beachten?

Am 1. Januar 2005 trat die neue Gefahrstoffverordnung in Kraft. Mit der Gefahrstoffverordnung von 2005 sind die Anforderungen an die Arbeitsschutz- und Sicherheitsmaßnahmen gestiegen.

Die Novellierung entspricht einer Umsetzung von europ√§ischen Richtlinien und internationaler Abkommen in nationales Recht. Hieraus resultiert eine Reihe von Unterschieden gegen√ľber der bisherigen Verordnung, sie soll aber gleichzeitig bew√§hrte nationale Standards beibehalten. Die Gefahrstoffverordnung besteht nunmehr aus 26 Paragraphen und 5 Anh√§ngen.

Die Novelle ändert nichts an den bestehenden Regelungen zur Einstufung und Kennzeichnung.

Unternehmen werden im Bereich des Gefahrstoffmanagements st√§rker in die Pflicht genommen: Gefordert sind dem Gef√§hrdungsprofil angepasste Schutzma√ünahmen, Not- und Unfallpl√§ne, Regelungen zum Brand- und Explosionsschutz sowie eine ausgeweitete Informationspflicht gegen√ľber den Mitarbeitern.

 

Gefahrstoffe sind:

1. gef√§hrliche Stoffe und Zubereitungen. Gef√§hrlich sind sie, wenn sie explosionsgef√§hrlich, brandf√∂rdernd, hochentz√ľndlich, leichtentz√ľndlich und entz√ľndlich, sehr giftig, giftig, gesundheitssch√§dlich, √§tzend, reizend, sensibilisierend, krebserzeugend, erbgutver√§ndernd und fruchtbarkeits‚Äďgef√§hrdend oder umweltgef√§hrlich sind. Nicht erfasst werden die fruchtsch√§digenden Stoffe, diese unterliegen dem Mutterschutz-recht (¬ß¬†3¬†Abs.¬†1¬†Nr.¬†13).

2. Stoffe, Zubereitungen und Erzeugnisse, die explosionsfähig sind,

3. Stoffe, Zubereitungen und Erzeugnisse, aus denen bei der Herstellung oder Verwendung Stoffe oder Zubereitungen nach Nummer 1 oder 2 entstehen oder freigesetzt werden können. Beispiel: Beim Mahlen von Sand entsteht Quarzmehl, das ein Silikoserisiko bergen kann.

4. sonstige gefährliche chemische Arbeitsstoffe im Sinne des Artikels 2 Buchstabe b in Verbindung mit Buchstabe a der Richtlinie 98/24/EG des Rates vom 7. April 1998 zum Schutz von Gesundheit und Sicherheit der Arbeitnehmer vor der Gefährdung durch chemische Arbeitsstoffe bei der Arbeit (ABl. EG Nr. L 131 S. 11).

Auch Stoffe, denen prim√§r kein Gefahrenmerkmal zuzuordnen ist, k√∂nnen somit zu einem Gefahrstoff werden (beispielsweise fl√ľssiger Stickstoff durch die Wirkung der Kaltverbrennung und die Erstickungsgefahr und Wasser, weil es bei st√§ndigem Hautkontakt die Gesundheit beeintr√§chtigen kann).

Hinweis: Diese m√ľssen trotzdem identifizierbar sein, und die allgemeinen Hygieneprinzipien der TRGS 500 sind anzuwenden.

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Was ist neu?

Die neue Gefahrstoffverordnung wurde auf Grundlage des Arbeitsschutzgesetzes und des Chemikaliengesetzes erlassen. Ihr Geltungsbereich erstreckt sich auf alle Besch√§ftigten, Sch√ľler, Studierenden und sonstige Personen, die insbesondere an wissenschaftlichen Einrichtungen T√§tigkeiten mit Gefahrstoffen durchf√ľhren ¬ß¬†3¬†Abs.¬†5).

Neben der neuen Struktur sind auch einige neue Begrifflichkeiten geschaffen worden, die zum Teil gewohnte Begriffe ersetzen. Um beim Vollzug der Gefahrstoffverordnung eine einheitliche Vorgehensweise der staatlichen Arbeitsschutzbeh√∂rden und der Pr√§ventionsdienste der Unfallversicherungstr√§ger zu gew√§hrleisten, haben die L√§nder gemeinsam mit den Unfallversicherungstr√§gern einen Frage-/Antwort-Katalog erarbeitet, der als LV 45 “Leitlinien zur Gefahrstoffverordnung” erschien ist. Dieser Katalog enth√§lt Antworten auf Auslegungsfragen der Verordnung.

Die inhaltlichen Schwerpunkte der neuen Gefahrstoffverordnung sind:

  • Gef√§hrdungsbeurteilung und Informationsbeschaffung als zentrale Instrumente zur Einstufung von T√§tigkeiten (durch den Arbeitgeber)
  • Schutzstufenkonzept mit 4 Stufen in Abh√§ngigkeit von den Gef√§hrlichkeitsmerkmalen des Stoffes und der T√§tigkeit
  • risikobezogene Arbeitsplatzgrenzwerte (AGW) ersetzen die bisherigen technisch begr√ľndeten Grenzwerte
  • Ausdehnung der arbeitsmedizinischen Untersuchungen und Beratungen

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Unsere Leistungen im Bereich Gefahrstoffmanagement:

Sie k√∂nnen uns die ganzheitliche Betreuung √ľbergeben oder einzelne Leistungen des Gefahrstoffmanagements aus unserem modularen System ausw√§hlen. Diese sind u. a.:

  • Abwicklung der Informationspflichten
  • Pr√ľfung von Sicherheitsdatenbl√§ttern
  • T√§tigkeitsbezogene Gef√§hrdungsbeurteilung nach ¬ß 7 GefStoffV als Vertiefung der allgemeinen Gef√§hrdungsbeurteilung nach ¬ß 5 ArbSchG
  • Aufstellung des Gefahrstoffverzeichnisses
  • Beratung bei der Organisation der Schutzma√ünahmen
  • √úberarbeitung / Erstellung von Betriebsanweisungen
  • Unterst√ľtzung bei Unterweisungen
  • Ermittlung der notwendigen arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchungen

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