Institut f√ľr Arbeits-, Umwelt- & Flugmedizin

Flugmedizin – Allgemeine Informationen

Flugmedizinische Untersuchungen, EASA, Class I und II

Seit Einf√ľhrung der EASA ist eine gegenseitige europ√§ische Anerkennung endlich erreicht. In unserem √Ąrztezusammenschluss unter der Leitung von Dres. med. R.¬†Buchhold (AME) und P. Matic (AME) ist es nun m√∂glich die daf√ľr notwendigen Untersuchungen (Class¬†I¬†und¬†II) in kurzer Zeit zu erbringen und die Gutachten auszustellen. Meist ist nur ein Besuch notwendig, mit Ausnahme der Erstuntersuchung, hier m√ľssen noch andere Fach√§rzte miteinbezogen werden. Berufspiloten m√ľssen nach Class I untersucht werden.

Untersuchungsumfang

Seit der Implementierung der EASA-Standards haben wir √Ąrzte sehr wenig Handlungsspielraum, was manchmal gut und manchmal schlecht ist. Kaum eine Bestimmung f√ľr √Ąrzte regelt so detailreich was sein darf oder auch nicht. Der Untersuchungsumfang ist genau geregelt, ebenso die Verfahrensweise bei Abweichungen von der Norm.

Die Facharztdisziplinen ohne die es einfach nicht geht sind die HNO-√Ąrzte und die Augen√§rzte. Alle weiteren Fach√§rzte sind nur dann zu konsultieren, wenn Abweichungen von der Norm auftreten.

Die Untersuchung besteht aus folgenden Schritten:

I. Anamnese = Krankengeschichte

Diese muss auf einem amtlich aufgelegten Formuar niedergeschrieben werden und dann vom Probanden unterfertigt werden. Denn wir sind √Ąrzte und keine Hellseher und maches Leiden l√§sst sich durch eine physikalische Untersuchung nicht nachweisen. Zum Beispiel die Epilepsie.

II. Die physikalische Krankenuntersuchung

Jeder Proband muss vom Arzt pers√∂nlich untersucht werden. Dieser Untersuchungsgang umfasst die Inspektion (=Betrachtung), die Palpation (=das Abtasten), die Perkussion (=das Abklopfen), die Auskultation (=das Abhorchen) verschiedener Organe, die √úberpr√ľfung der Beweglichkeit der Wirbels√§ule und der Gliedmassen, das Pr√ľfen der Reflexe und noch manch anderen Schritte. Auch wenn all diese Untersuchungsg√§nge ohne technischen Aufwand vor sich gehen und daher h√§ufig bel√§chelt und untersch√§tzt werden, sind sie unerl√§sslich. Das auf Sie gerichtete Auge eines erfahrenen Arztes kann oft mehr erkennen als manch hochtechnologische Apparatur…..!

III. Die √ľberpr√ľfung der Sinnesorgane

Auge und Ohren spielen verständlicherweise eine ganz besonders große Rolle in der Tauglichkeitsbeurteilung eines Piloten. Das Gesetz schreibt exakt vor, wann eine solche Untersuchung vom Fliegerarzt selbst vorgenommen werden darf und wann er Sie zum Facharzt schicken muss. Dies hängt vom Alter und von der Art der angestrebten Tauglichkeit ab.

IV. Laboruntersuchung

In jedem Fall muss Blut abgenommen werden. Es gibt keine EASA-konforme Untersuchung ohne Blutabnahme, auch wenn der Umfang der Analysen gering ist.

V. Urinunteruchung

Jeder Proband muss Urin abgeben, der dann auf verschiedenen Parameter √ľberpr√ľft werden muss.

VI. RR-Messung

Selbstverst√§ndlich eine obligate Untersuchung f√ľr jeden Probanden. Es muss 2 x gemessen werden.

VII. EKG

In bestimmten Zeitabst√§nden muss ein EKG (Elektrocardiogramm) abgeleitet werden. Es zeichnet die Herzstromkurve auf und l√§sst Schl√ľsse auf die Funktionst√ľchtigkeit Ihres Herzens zu.

VIII. Lungenfunktionstest

Muss ebenfalls in genau geregelten Zeitabständen gemacht werden, dabei gibt es die einfachere Form (Peakflow) und die kompliziertere Art (Spirographie). Was, wie, wann gemacht gemacht werden muss, steht im Gesetz.

IX. Hörtest

Ein einfacher H√∂rtest muss bei jeder Untersuchung gemacht werden. Dabei muss der Proband aus 2 Metern Entfernung mit dem R√ľcken zum Untersucher mit jeweils einem Ohr Konversationssprache verstehen. IFR-taugliche PPL-Piloten brauchen in gewissen Zeitabst√§nden einen richtigen frequenzspezifischen H√∂rtest, der als Audiogramm bezeichnet wird. Class I-Piloten ben√∂tigen Audiogramm + HNO-Fachbefund in bestimmten Zeitabst√§nden.

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Benötigte Unterlagen:

Zu den Untersuchungen sind folgende Unterlagen mit zu bringen:

  • g√ľltiger Personalausweis oder Reisepass
  • aktuell g√ľltige Pilotenlizenz / Lizenznummer
  • Log-Buch (blaues Flugbuch mit eingetragenen Flugzeiten) oder Gesamtflugzeit und Flugstunden seit der letzten flieger√§rztlichen Untersuchung
  • bei Brillentr√§gern: Kopie des letzten Brillenrezeptes
  • pers√∂nliche, vom Luftfahrtamt zugeteilte Referenznummer
  • Letzte Untersuchung: wann und wo?
  • Wann (an welchen Tag exakt!!) l√§uft das aktuelle Medical ab?
  • Gesamtflugstundenanzahl
  • Flugstunden seit der letzten Untersuchung.

 Wer kann sich auf Flugtauglichkeit untersuchen lassen?

  • Berufsflugzeugf√ľhrer
  • Fallschirmspringer
  • Flugsicherrungspersonal
  • Flugtechnisches Personal
  • Flugbegleiter (Cabin crew)
  • Privatflugzeugf√ľhrer
  • Privathubschrauberf√ľhrer
  • Segelflugzeugf√ľhrer
  • Freiballonf√ľhrer mit der Lizenz nach ¬ß46 Abs. 1 LuftPersV
  • F√ľhrer von Luftsportger√§ten (z.B. Ultraleichtflugzeugen)

Bei Fragen zu Ihrem Medical  Klasse 1 und 2 können Sie sich per e-mail direkt an uns wenden.

Fragen zu den Bestimmungen, gesetzlichen Vorgaben etc. richten Sie bitte an den f√ľr Ihren Flugsport zust√§ndigen Verband, an das Luftfahrtbundesamt oder das zust√§ndige Regierungspr√§sidium. Kontaktdaten finden Sie bei den wichtigen Telefonnummern.

Bitte laden Sie sich vor dem Untersuchungstermin das Formular „Antrag auf Ausstellung eines Tauglichkeitszeugnis“ herunter und bringen Sie es ausgef√ľllt zu Ihrem Termin mit. Um einen reibungslosen und schnellen Ablauf Ihrer Untersuchung sicherzustellen, bitten wir Sie die entsprechende Checkliste „Erstuntersuchung“ bzw. Checkliste „Verl√§ngerungsuntersuchung“ zu ber√ľcksichtigen.

 

Zusammenfassung der Mindestanforderungen und Fristen f√ľr die Ausstellung von Tauglichkeitszeugnissen

Lizenz Klasse 1 – CPL, ATPL Klasse 2 – PPL
Erstuntersuchung Flugmedizinisches Zentrum (AMC) Flugmedizinisches Zentrum (AMC) oder flugmedizinischer Sachverständiger (AME)
G√ľltigkeitsdauer Routineuntersuchung bis 40: j√§hrlich, ab 40: alle 6 Monate bis 30: alle 5 Jahre, 30-49: alle 2 Jahre, ab 50: j√§hrlich
Hämoglobin bei jeder Untersuchung bei der Erstuntersuchung
Thorax РRöntgenaufnahme bei der Erstuntersuchung, danach gemäß EASA wenn indiziert
Elektrokardiographie bei der Erstuntersuchung, danach bis 30: alle 5 Jahre, 30-39: alle 2 Jahre, 40-49: jährlich, ab 50: alle 6 Monate bei der Erstuntersuchung, 40-49: alle 2 Jahre, ab 50: jährlich
Audiometrie bei der Erstuntersuchung, danach bis 40: alle 5 Jahre, ab 40: alle 2 Jahre bei der Instrumentenflugberechtigung, danach bis 40: alle 5 Jahre, ab 40: alle 2 Jahre
Umfassende HNO – Untersuchung bei der Erstuntersuchung, danach bis 40: alle 5 Jahre, ab 40: alle 2 Jahre bei der Erstuntersuchung
Umfassende Augen РUntersuchung bei der Erstuntersuchung, danach gemäß EASA bei der Erstuntersuchung, danach gemäß EASA
Lipidstatus bei der Erstuntersuchung und mit 40 bestehen mehr als 2 koronare Risikofaktoren: bei der Erstuntersuchung, danach mit 40
Spirometrie (peak flow) bei der Erstuntersuchung, danach peak flow mit 30, 35 und 40, danach alle 4 Jahre peak flow bei der Erstuntersuchung, danach mit 40, danach alle 4 Jahre
Urinstatus bei jeder Untersuchung bei jeder Untersuchung

Die vollständigen Forderungen sind in EASA im einzelnen dargelegt.

EASA

Bemerkung:
Alle Untersuchungen k√∂nnen, falls klinisch indiziert, jederzeit durchgef√ľhrt werden EASA

 

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